Lieber René,
deine Leidenschaft für den Service ist sehr inspirierend. Dein Weg zeigt, wie wichtig es ist, dem eigenen Glück zu folgen. Danke, dass du uns daran teilhaben lässt und besondere Erlebnisse für unsere Gäste schaffst.
Auf einen Kaffee ...

... mit René Kaminska
(F&B Assistant, ATLANTIC Grand Hotel Bremen)
Seit wann arbeitest du im ATLANTIC Grand Hotel Bremen?
RK: Seit dem 1. August 2022.
Warum hast du dich für einen Job im ATLANTIC Grand Hotel Bremen entschieden?
RK: Ich habe am 1. August 2022 eine Ausbildung zum Restaurantfachmann angefangen. Vorher habe ich Geschichtswissenschaften studiert und nach dem Studium in Museen gearbeitet.
Der Gastronomie war ich schon immer sehr verbunden. Ich komme aus einer Fleischereifamilie, die auch als Schausteller bei verschiedenen Jahrmärkten und Veranstaltungen verkauft hat.
Mein damaliger Job hat mich nicht erfüllt und so habe ich mit der Ausbildung im Hotel eine andere Leidenschaft von mir ausprobiert. Ich finde es wichtig, glücklich zu sein im Leben. Während meines Studiums habe ich nebenbei gekellnert. So wusste ich, dass ich mehr über den gehobenen Service erfahren möchte. Deshalb habe ich heute auch meinen Durand mitgebracht (siehe Bild). Mit diesem Korkenzieher lassen sich hochwertige Weine servieren.
Ein Freund von mir ist bei den ATLANTIC Hotels tätig, so bin ich zu der Hotelgruppe gekommen.
Beschreibe deinen Arbeitsplatz mit drei Worten.
RK: Vielseitig – Gästeorientiert – Flexibel
Du bist sehr vielfältig unterwegs: À la carte-Abendservice, Bar, besondere Veranstaltungen.
Wie sieht das für dich im Arbeitsalltag aus?
RK: Genau, das sind so die drei Service-Outlets, dazu gehören auch Caterings, Außer-Haus-Veranstaltungen, wie z.B. das Schaffermahl in Bremen, und Tätigkeiten im Veranstaltungsbüro. Einfach gesagt, bin ich dafür da, dass alle Servicebereiche funktionieren. Entweder leite ich eine Veranstaltung oder bin dafür zuständig, dass alle Outlets reibungslos laufen, indem ich dort helfe, wo etwas gebraucht wird.
Für mich bedeutet das, dass ich mich immer wieder verändern darf. Beim Fine Dining sind andere Kompetenzen gefragt als bei unterschiedlichen Veranstaltungen. Ich habe so Lust auf meinen Job, dass ich darüber jedoch nicht viel nachdenken brauche. Es liegt mir einfach und das macht Spaß. Manchmal braucht es eine Umorientierung, um glücklich zu sein.
Beschreibe das Restaurant alto.
RK: Das Restraunt hat verschiedene Bereiche, die auch Möglichkeiten zum Zurückziehen bieten. Das Brasserie-Konzept bietet eine deutsch-französische Küche. Eine gehobene, klare Fine-Dining-Küche. Im Grunde genommen eine ganz klassische Brasserie mit ehrlichem, gutem Essen auf hohem Niveau. Gediegen und stilvoll mit einem lichtdurchfluteten Wintergarten. Der Blick auf die Böttcherstraße im mediterranen Hofgarten ist zudem sehr schön. Im Winter steht dort die Almhütte.
Gäste kommen mit einer hohen Erwartungshaltung zu uns. Nicht zuletzt geprägt durch die Empfehlung im MICHELIN GUIDE.
Was ist deine Lieblingsaufgabe?
RK: Meine Lieblingsaufgabe ist es, Gäste kulinarisch zu begleiten mit tollem Essen und hervorragenden Weinen. Ich möchte ihnen dabei etwas geben, das sie nicht erwartet haben.
Ein Beispiel aus meiner Zeit im Severin*s – The Alpine Retreat (gehört auch zur ATLANTIC Hotels Gruppe). Im Restaurant des Hotels haben wir neun Tische. An einem Abend habe ich eine Flasche Château d'Yquem von 1978 verkauft. Das ist ein edelsüßer Weißwein. Ich habe es geschafft, dass sich vier Tische diesen Wein geteilt und zusammen getrunken haben. Dieses Erlebnis hat die Gäste, die sich vorher nicht kannten, miteinander verbunden. Sie hatten anschließend die ganze Woche über Kontakt. Damit hatte niemand gerechnet.
Wie sieht dein eigener Service-Anspruch aus?
RK: Ich mache einen modernen Service auf Grundlage alter Schule. Ich glaube fest daran, dass Gäste ein Erlebnis möchten, etwas Unvergessliches.
Einen guten Gastgeber erkennt man für mich daran, dass er auf Augenhöhe kommuniziert und Erlebnismomente und Gästebedürfnisse erkennt. Dabei geht es darum, Produkte zu präsentieren, einen klassischen Service umzusetzen, z.B. Trüffel direkt am Tisch hobeln, vorlegen, Flaschen am Tisch zu öffnen und das Handling zu zeigen.
Jemand der seinen Service auf das nächste Level bringen möchte, sollte einen eigenen Antrieb haben. Es lohnt sich Vorgesetzte zu beobachten und sich Dinge abzuschauen. Ihnen mittzuteilen, dass man sich weiterentwickeln möchte, ist ein unterschätzter Schritt auf dem eigenen Weg. Zudem ist es immer eine gute Idee auch mal woanders hinzugehen und Neues kennenzulernen. Die ATLANTIC Hotels Gruppe bietet tolle Möglichkeiten: von Unterstützungsoptionen bei besonderen Veranstaltungen über saisonale Möglichkeiten bis hin zu Jobwechseln und diversen Schulungsangeboten. Mein Tipp ist das Training „Präsenz und Stimme – Auftritt und Wirkung“. Der eigene Auftritt ist in allen Bereichen wichtig, natürlich auch im Service.
Kurz und knapp: Die eigenen Soft Skills trainieren, sich belesen, interessiert sein und stetige Warenkunde.
Erzähle uns von deinem Werdegang.
RK: Während meiner Ausbildungszeit war ich auch im ATLANTIC Hotel Heidelberg tätig und durfte Erfahrungen bei besonderen Veranstaltungen machen wie z.B. beim Schaffermahl in Bremen oder bei der Teilnahme an einer Weinreise. Im Dezember 2024 bin ich dann nach Lech am Arlberg (Österreich) ins Severin*s – The Alpine Retreat gegangen. Im Januar 2025 habe ich meine Ausbildung abgeschlossen und wurde als Chef de Rang im ATLANTIC Grand Hotel Bremen übernommen. Anschließend war ich Trainee und mittlerweile bin ich F&B Assistant.
Nach deiner Wintersaison-Erfahrung in Österreich warst du Gastgeber der ATLANTIC Almhütte im Hofgarten des ATLANTIC Grand Hotel Bremen. Was konntest du aus der Zeit in Lech bei der Almhütte einbringen?
RK: Das Haus in Österreich ist ein gehobenes Retreat, die Almhütte eine Aprés-Ski-Location. Die Orte lassen sich nicht gut miteinander vergleichen. Von der Art des Gastgeberseins konnte ich einiges mit einfließen lassen und auch einige Produkte einführen, die ich in Österreich kennengelernt habe – einige Schmankerl. Für mich ist die ATLANTIC Almhütte ein toller Ort, der in mir schöne Erinnerungen an die Saison in Lech auslöst.
Es ist wieder Almhütten-Zeit. Von wann bis wann ist die ATLANTIC Almhütte in Bremen geöffnet?
RK: Von November bis Februar.
Was hast du über die Arbeit im Service über dich selbst gelernt?
RK: Ruhiger ist manchmal besser – ich bin ein extrovertierter Typ. Außerdem bin ich deutlich besser darin geworden, nicht vorzuverurteilen. Man verliert zudem die Scheu davor mit anderen Menschen ins Gespräch zu gehen.
Beschreibe dich mit drei Worten.
RK: Aufgedreht – Voller Leidenschaft – Konsequent
Wo bist du geboren und aufgewachsen?
RK: An der deutschen Nordseeküste, in der Nähe von Bremerhaven.
Was bietet dir das ATLANTIC Grand Hotel Bremen?
RK: Stabilität, einen sicheren Hafen und einen starken Lernprozess.
Wenn ich nicht arbeite, dann…
RK: …bin ich sehr gerne in der Sauna und genieße auch gerne Zeit für mich allein.
Bremen ist für mich…
RK: …wieder mein Zuhause geworden.
// Veröffentlichung: 2. November 2026 //
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