Auf einen Kaffee ...

Von oben fotografiert ist Leon Decker sitzend an einem Holztisch zu sehen. Auf dem Tisch steht ein Kaffee Crema, daneben liegen seine gefalteten Hände und ein Durand-Korkenzieher.

... mit Leon Decker
(Restaurantleiter, Severin*s – The Alpine Retreat)

Der bärtige Leon Decker sitzt lächelnd im Weinkeller an einem Holztisch. Auf dem Tisch vor ihm steht ein Kaffee Crema. Seine Hände liegen gefaltet auf dem Tisch, daneben ein Durand-Korkenzieher.

Lieber Leon,
du zeigst, wie standortübergreifende Karriere geht, hast jede Menge Einblicke ins Luxushotel-Leben in Lech am Arlberg dabei und teilst praktische Tipps, um den eigenen Service aufs nächste Level zu bringen. Danke dir für dieses nahbare, inspirierende Interview. Schön, dass du Teil des Teams bist.

Wo bist du geboren und aufgewachsen? 
LD: Im Raum Frankfurt, zwischen Frankfurt und Darmstadt in einem kleinen Dorf. 
Durch meine Eltern bzw. im väterlichen Betrieb habe ich bereits früh Gastro-Kontakt gehabt und habe dann auch eine Ausbildung in dem Bereich gemacht.  

Seit wann arbeitest du in der ATLANTIC Hotels Gruppe? 
LD: Im Severin*s Resort & Spa (eine Marke der ATLANTIC Hotels Gruppe) auf Sylt habe ich im Januar 2024 angefangen und zwei Jahre dort als F&B Assistant gearbeitet.  

Wieso hast du dich für eine Saison im Severin*s – The Alpine Retreat entschieden?
LD: Berge haben mich schon immer interessiert – ich bin leidenschaftlicher Ski-Fahrer. Tatsächlich komme ich auch gerade direkt von der Ski-Piste. Darüber hinaus hat mich die neue Herausforderung gelockt mit 100%iger Verantwortung für einen Bereich. Den Arbeitgeber fand ich zudem auf Sylt schon super. 

Was macht die gehobene Gastronomie für dich so reizvoll?
LD: Grundlegend ist es das Produkt. Damit meine ich zum einen das Haus mit dem hohen Standard und der hochwertigen Ausstattung, genauso wie das gnadenlos exzellente Essen unseres Küchenchefs und die exquisiten Weine. Zum anderen sind es auch die Gäste, die einen hohen Niveau-Anspruch haben. Im Severin*s leben wir einen legeren Luxus. Durch die oft längere Aufenthaltsdauer lernen wir die Gäste viel besser kennen und es entsteht ein familiäres Feeling – einfach menschlich und nicht verstellt. 

Wie hast du deinen Service auf das nächste Level gebracht?
LD: Für mich ist es immer die Haltung, die man einnimmt. Die eigene Haltung prägt das eigene Auftreten und ist der Spiegel für den Respekt, den man von anderen – ob von Gästen oder Kolleg*innen – entgegengebracht bekommt. Du möchtest etwas verändern? Achte auf eine aufrechte Haltung und ein angenehmes Auftreten, z.B. ruhige, reduzierte Bewegungen. Wenn dir das schwerfällt, nehme mal einen Stift in die Hände, während du mit Gästen sprichst. Dadurch gestikuliertest du weniger. 

Zusätzlich zu der Haltung ist Produktkenntnis das A & O. Wie du die bekommst? Probieren, lesen und fragen, fragen, fragen. Wir machen z.B. jeden Abend die Menübesprechung mit dem ganzen Team und der Küchenchef lässt uns viel probieren. Wenn wir dabei vom Team keine Fragen gestellt bekommen, fordern wir heraus und testen das Wissen. So erlangen alle die benötigte Kompetenz für die Gastgespräche. Ergreife die Initiative und frage zum Beispiel deine vorgesetzte Person, ob ihr ein Tasting machen könnt, um eure Produkte kennenzulernen. 

Mein letzter Tipp: Produktkenntnis ist super wichtig und gleichzeitig ist es auch die Ehrlichkeit. Wenn ich mal etwas nicht weiß, sage ich das und finde es dann heraus. 

Beschreibe das Restaurant im Severin*s – The Alpine Retreat. 
LD: Wir sind hier ein bisschen abgelegener vom Zentrum, dadurch ist es etwas ruhiger ums Haus. Die Atmosphäre ist cozy und familiär. Wir haben insgesamt neun Tische im Restaurant. Die externen Gäste nehme ich in Empfang und führe sie zuerst in die Lounge. Dort genießen sie einen Aperitif und kommen in Ruhe an. Hausgäste brauchen nicht ankommen. Sie sind bereits da, kennen das Haus und sollen sich wie zu Hause fühlen. Sie haben immer den gleichen Tisch – ob beim Frühstück oder Abendessen – und setzen sich einfach ohne Wartezeit daran. Unsere Challenge ist es, sie vom ersten Abend an zu erkennen und persönlich anzusprechen. 
Das Team sollte die gehobene und gleichzeitig gemütliche Atmosphäre im Raum ebenfalls fühlen, um sie auszustrahlen und den Gästen ein ganzheitliches Erlebnis zu bieten.

Was ist das für ein goldener Gegenstand, den du mit zum Interview gebracht hast?
LD: Das ist ein Durand-Korkenzieher. Er besteht aus zwei Teilen und ich nutze ihn bei langjährig gereiften Weinen. Das Spannende an diesem Werkzeug ist die Kombination aus zwei Techniken: Erst arbeite ich die Spindel vorsichtig in den Korken, danach setze ich die Federzange mit den zwei flachen Klingen an, die sich zwischen Glas und Kork schieben und ihn ohne Druck herauslösen. Gerade bei alten, brüchigen Korken funktioniert das unglaublich zuverlässig – es verhindert, dass Teile abbrechen und in den Wein fallen.

Was machst du, wenn die Wintersaison in Lech vorbei ist?
LD: Weiß ich noch nicht. Es ergibt sich immer irgendwas. 

Welche ungewöhnliche Situation gab es in dieser Saison bereits?
LD: Silvester waren alle Gäste bereits um viertel vor eins im Bett. Wir haben kurz mit den Gästen angestoßen und dann sind sie alle gegangen. Feierabend an Silvester bzw. Neujahr um viertel nach eins habe ich noch nie erlebt. 

Von oben fotografiert ist Leon Decker sitzend an einem Holztisch zu sehen. Auf dem Tisch steht ein Kaffee Crema, daneben liegen seine gefalteten Hände und ein Durand-Korkenzieher.

Wo wohnst du während der Saison und wie gefällt es dir dort?
LD: Wir haben eine modern eingerichtete, geräumige Mitarbeitenden-Unterkunft direkt 300m vom Hotel entfernt. Sie wird uns kostenlos zur Verfügung gestellt. Da hat jede*r ein eigenes Zimmer, die meistens auch mit eigenem Bad. Das ist im Grunde wie ein Hotelzimmer, einige haben auch Terrassen-/Balkonzugang und es gibt eine Gemeinschaftsküche. Die Verpflegung während des Dienstes im Hotel ist für uns ebenfalls kostenlos. Glücklicherweise mögen wir uns alle untereinander, so ist das Zusammenleben harmonisch. 

Wie sollte jemand sein, der in einem Severin*s Hotel arbeiten möchte?
LD: Man sollte authentisch sein und Charisma haben. Ich zum Beispiel bin ein gestandener Kellner und weiß, was ich tue. Ich kenne die klassische Schule und kann auf dieser Grundlage den Gästen einen modernen Service bieten, individuell angepasst an die jeweiligen Bedürfnisse. Das ist für mich legerer Luxus. 

Was motiviert dich?
LD: Der Spaß an meinem Beruf. Ich mache meinen Beruf wirklich sehr gerne. Die Menschen und auch die Menschlichkeit machen meinen Beruf aus. Ich esse und trinke selbst gerne und teile diese Leidenschaft mit den Gästen und Kolleg*innen. 

Wenn ich nicht arbeite, dann…
LD: …gehe ich Ski fahren. Also im Moment auf jeden Fall. Ski fahren ist für mich der Ausgleich. Man kommt einfach mal raus und bekommt den Kopf frei. Auf den Berg hochgehen, das Wetter genießen und vielleicht mal Freude treffen, die gerade im Urlaub hier sind. Den Skipass bekommt man vergünstig und es gibt die Teamcard, für alle, die in dieser Region arbeiten. Damit gibt es Vergünstigungen bei Verleihen, Services und sogar im Supermarkt.  

Lech am Arlberg ist für mich…
LD: …im Moment mein Zuhause und der Luxusort schlechthin für einen Skiurlaub. 

 

// Veröffentlichung: 2. Februar 2026 //

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