Was macht die gehobene Gastronomie für dich so reizvoll?
LD: Grundlegend ist es das Produkt. Damit meine ich zum einen das Haus mit dem hohen Standard und der hochwertigen Ausstattung, genauso wie das gnadenlos exzellente Essen unseres Küchenchefs und die exquisiten Weine. Zum anderen sind es auch die Gäste, die einen hohen Niveau-Anspruch haben. Im Severin*s leben wir einen legeren Luxus. Durch die oft längere Aufenthaltsdauer lernen wir die Gäste viel besser kennen und es entsteht ein familiäres Feeling – einfach menschlich und nicht verstellt.
Wie hast du deinen Service auf das nächste Level gebracht?
LD: Für mich ist es immer die Haltung, die man einnimmt. Die eigene Haltung prägt das eigene Auftreten und ist der Spiegel für den Respekt, den man von anderen – ob von Gästen oder Kolleg*innen – entgegengebracht bekommt. Du möchtest etwas verändern? Achte auf eine aufrechte Haltung und ein angenehmes Auftreten, z.B. ruhige, reduzierte Bewegungen. Wenn dir das schwerfällt, nehme mal einen Stift in die Hände, während du mit Gästen sprichst. Dadurch gestikuliertest du weniger.
Zusätzlich zu der Haltung ist Produktkenntnis das A & O. Wie du die bekommst? Probieren, lesen und fragen, fragen, fragen. Wir machen z.B. jeden Abend die Menübesprechung mit dem ganzen Team und der Küchenchef lässt uns viel probieren. Wenn wir dabei vom Team keine Fragen gestellt bekommen, fordern wir heraus und testen das Wissen. So erlangen alle die benötigte Kompetenz für die Gastgespräche. Ergreife die Initiative und frage zum Beispiel deine vorgesetzte Person, ob ihr ein Tasting machen könnt, um eure Produkte kennenzulernen.
Mein letzter Tipp: Produktkenntnis ist super wichtig und gleichzeitig ist es auch die Ehrlichkeit. Wenn ich mal etwas nicht weiß, sage ich das und finde es dann heraus.
Beschreibe das Restaurant im Severin*s – The Alpine Retreat.
LD: Wir sind hier ein bisschen abgelegener vom Zentrum, dadurch ist es etwas ruhiger ums Haus. Die Atmosphäre ist cozy und familiär. Wir haben insgesamt neun Tische im Restaurant. Die externen Gäste nehme ich in Empfang und führe sie zuerst in die Lounge. Dort genießen sie einen Aperitif und kommen in Ruhe an. Hausgäste brauchen nicht ankommen. Sie sind bereits da, kennen das Haus und sollen sich wie zu Hause fühlen. Sie haben immer den gleichen Tisch – ob beim Frühstück oder Abendessen – und setzen sich einfach ohne Wartezeit daran. Unsere Challenge ist es, sie vom ersten Abend an zu erkennen und persönlich anzusprechen.
Das Team sollte die gehobene und gleichzeitig gemütliche Atmosphäre im Raum ebenfalls fühlen, um sie auszustrahlen und den Gästen ein ganzheitliches Erlebnis zu bieten.